Ein Trauma ist:

Traumatische Erlebnisse sind belastende und leidvolle Erfahrungen, welche von uns selbst nicht verarbeitet, aufgelöst und abgeschlossen werden können.

Ein Trauma ist ein Ereignis, das keine Fluchtmöglichkeiten zulässt und als Erfahrung so überwältigend wirkt, dass ein Menschen  überfordert ist.

Traumatische Erlebnisse sind immer von Gefühlen intensiver Angst, Hilflosigkeit, Kontrollverlust und drohender Vernichtung begleitet.

Traumatisch heisst soviel wie „emotional überfordert“, deshalb kann das / die Ereignisse oder Erlebnisse nicht integriert werden und werden deshalb verdrängt. Sie beeinflussen das Verhalten und Erleben jedoch sehr stark. Dies kann sich in Situationen im Leben zeigen, ohne dass man die Verbindung zum Trauma machen kann oder es einem nicht bewusst ist.

Trauma-Symptome entstehen nicht durch das traumatische Erlebnis, sondern durch erstarrte Energie, die nach Abklingen des traumatischen Erlebnisses nicht aufgelöst worden ist. (Levine)

Traumas können eingekapselt sein und zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben wieder hervorbrechen, ausgelöst durch sogenannte Trigger.

 

Folgende Ereignisse können ein Trauma auslösen:

  • Unfälle
  • Verlust eines Angehörigen (Kind, Partner)
  • Geburtstrauma / schwere (emotionale) Vernachlässigung in der Kindheit
  • Ereignisse von körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt oder Zeuge davon zu sein
  • Operationen / Unfälle
  • Überfall oder Zeuge davon zu sein
  • Katastrophen / Krieg

Es können aber auch kleinere, nichtig erscheinende Vorkommnisse als Trauma wirken.
Wichtig ist auch zu wissen, dass nicht jedes traumatische Ereignis bei jedem Menschen zu einem Trauma führt.

 

Folgen des Traumas:

Nach einer traumatischen Erfahrung ist nichts mehr wie es vorher war……

Ein Trauma ist die im Körper immer noch festgehaltene und gebundene Energie, welche ursprünglich durch physiologische und instinktive Mechanismen bereitgestellt wurden, um eine Angriff- oder Fluchtreaktion zu ermöglichen.

Das biologische System eines traumatisierten Menschen ist immer noch aktiviert, auch wenn die Gefahr längst vorüber ist. Man lebt so, als ob man immer noch aktuell durch das traumatisierende Ereignis bedroht würde: Beispielsweise reagiert man irritiert oder explosiv, auch wenn man gar nicht provoziert wurde.

Es kann sich ausdrücken in:

  • Überaufmerksamkeit / Überreaktionen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Mangelndes Selbstwertgefühl
  • Schreckhaftigkeit
  • Chronisch erhöhtem Puls / Herzrasen
  • Schmerzen und anderen körperlichen Symptomen
  • Angst und Panik
  • Sexuellen Störungen
  • Wutausbrüchen

Im Verlauf der Zeit können sich die Symptome verkomplizieren:

  • Schlaflosigkeit
  • Psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Übelkeit, Störungen im Verdauungssystem

Wenn traumatische Erfahrungen nicht nachträglich bewusst gemacht und explizit eingeordnet werden, kann die Gefahr bestehen, dass traumatisierte Menschen eine generalisierte Angststörung oder eine Zwangsstörung entwickeln.

Das limbische System (Teil des Gehirns) versucht uns daran zu hindern, uns wieder in Gefahr zu begeben. Dem Gehirn ist nicht klar, wo genau die Ängste hingehören, wo der Mensch tatsächlich einer Bedrohung ausgesetzt ist. Es überträgt die Angst zuerst in alle Situationen, die irgendwie mit einer traumatischen Situation verbunden waren. Später wird fast alles gefährlich. Die Todesangst gehört zu einem bestimmten Ereignis, das zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort passiert ist. Die Amygdala (Teil im Gehirn) bleibt aber in einem übererregten Zustand und gaukelt uns vor, dass es dann auch gefährlich ist, aus dem Haus zu gehen, in ein Auto zu sitzen oder in den Keller zu gehen.

Im Weiteren kann eine posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) auftreten:
Diese kann sich kurzfristig oder zeitlich verzögert zeigen und ist gekennzeichnet durch das Auftreten von:

  • Sich aufdrängenden, extrem unangenehmen Erinnerungen an die traumatischen Erlebnisse. Oft auch in Form von „Flashbacks“ und Träumen.
  • Vermeidung, d.h. die Betroffenen versuchen, Gedanken, Personen, Dinge und Situationen, welche an die traumatischen Erlebnisse erinnern zu vermeiden.
  • Anhaltende starke Erregungszustände, welche sich in Form von Schlafstörungen, Reizbarkeit, verringerte Konzentrationsfähigkeit, Angst und einer übertriebenen starken Schreckreaktion zeigen